Körperwachstum fördern - ein unerreichbarer Wunsch?

Es ist allgemeiner Konsens, dass die Körpergröße von Genen bestimmt wird, außer es liegt eine Krankheit vor. Trotz dieser Tatsache ist der Wunsch oft nicht nur bei Jugendlichen vorhanden, diese positiv zu beeinflussen.

Allgemeines Wissen besagt, dass die Körpergröße eines Menschen nicht von äußeren Faktoren, sondern von seinen Genen abhängig ist, also durch kein Zutun beeinflusst werden kann. Man kann daher zu keinem Alter sein Wachstum entweder verlängern oder verkürzen. Genau diese Abhängigkeit von nicht beeinflussbaren Faktoren macht vor allem Teenager Sorgen. Ab etwa einem Alter von 16 Jahren wird die endgültige Körpergröße erreicht, nach diesem Alter kann man damit rechnen, dass höchstens einige wenige Zentimeter hinzukommen könnten. Von der absehbaren Körpergröße kann man beim Anblick seiner Verwandten und deren Körperbau ausgehen. Hierbei empfiehlt sich am ehesten der Blick auf Eltern und Großeltern. Zur Errechnung der zu erwartenden Größe kann man auch einen Arzt einberufen: Dieser kann oftmals genauer Auskunft darüber geben, inwieweit noch mit Wachstum zu rechnen ist. Hierzu kann die Länge der Finger und Beine als Maß genommen werden.

Der Wunsch, seine Körpergröße positiv zu beeinflussen, ist bei Jugendlichen besonders groß: Hier erscheint es möglich, noch positiv in das Wachstum einzugreifen. Die Größe des Körpers geht für viele Menschen nicht selten einher mit hohem Selbstbewusstsein, damit auch viel Selbstvertrauen und Mut. Die Körperproportionen sind durch einen längeren Körper auch oft besser verteilt, was vor allem für Frauen attraktiv erscheint. Aber auch besonders Männer befinden sich unter einem gewissen Druck, dem Schönheitsideal eines großen, muskulösen und damit männlichen Körpers gerecht zu werden. Mithilfe von optimierter Ernährung, viel Sport und auch Medikamente wird dann oft versucht, der Natur weiterzuhelfen. Nicht selten wird auch eine sogenannte Streckbank eingesetzt, die ihren ursprünglichen Einsatz in der Physiotherapie findet. Ergebnisse solcher Methoden sind dahin gehend zweifelhaft, tendenziell gilt eher die Meinung, dass das Körperwachstum lediglich durch die Chromosomen bestimmt wird. Solche Maßnahmen können daran oftmals wenig ändern.

Vor allem bei Frauen ist der Wunsch nach einem großen Körper hoch: Die Ideale der Modeindustrie geben vor, wie die perfekten Frauen auszusehen haben: Unter 1,80m, dazu mit den Maßen 90-60-90, werden in den Magazinen kaum Frauen abgebildet, ein großer und dazu schlanker Körper wird als Vorbild genommen. Während man auf das Körpergewicht noch in einem gewissen Rahmen Einfluss nehmen kann, um dem Ideal versuchen gerecht zu werden, ist dies bei der Körpergröße nicht der Fall. Hier sind die Frauen auf ihre genetische Ausstattung angewiesen. Ein Anpassen an die Maße der Models ist daher oft unerreichbar.

Mittlerweile erscheint sich jedoch eine Abwandlung der radikalen Sicht auf die Macht der Gene zu erstrecken: Es wird behauptet, dass nicht allein die Gene, sondern auch dazu die Lebensweise in den ersten Jahren bestimmt, inwieweit die Körpergröße ausgeprägt wird. Es kann auch vorkommen, dass die von den Genen bestimmte Größenausprägung durch schlechte Lebensgewohnheiten nicht erreicht wird. Körperwachstum fördern kann in diesem Rahmen erfolgreich sein, jedoch lediglich in der von den Genen bestimmten Spannweite.